PATELLALUXATION (Verrenkung der Kniescheibe)

Indikation
Diese häufige Verletzung resultiert aus einer Überstreckung des Kniegelenkes und ist häufig mit einer Dreh- oder Scherkomponente des Unterschenkels assoziiert. Nach einer Selbsteinrenkung der Kniescheibe ist die Beweglichkeit häufig wieder hergestellt, andernfalls muß eine Reposition (Wiedereinrenkung) durch den Spezialisten erfolgen. Nach Ausschluss einer knöchernen Läsion im Nativröntgen sollte mittels Magnetresonanztomographie eine Läsion des retropatellaren Knorpels ausgeschlossen werden.

 

Klinisches Beschwerdebild 

Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Schonhaltung, Fehlposition der Kniescheibe, in der Regel nach außen versetzt.

 

Diagnostik 

Nach Ausschluss einer knöchernen Läsion im Nativröntgen sollte mittels Magnetresonanztomographie eine Verletzung des retropatellaren Knorpels ausgeschlossen werden.

 

Behandlung 

Die erstmalige Luxation der Kniescheibe kann nach erfolgter Reposition in einem Gips oder in einer Schiene in gestreckter Position für mindestens 4 Wochen behandelt werden. Diese reicht in der Regel aus um eine adäquate Vernarbung des seitlichen Halteapparates der Kniescheibe zu gewährleisten. Eine wiederholte Verrenkung der Kniescheibe welche häufig mit einer gravierenden Fehlstellung der entsprechenden Extremität vergesellschaftet ist Bedarf häufig einer operativen Sanierung.


Operationstechnik

Hierbei wird häufig eine arthroskopische Naht des sogenannten „Retinaculums“ (seitliche Haltevorrichtung der Kniescheibe) durchgeführt. Eine „Tuberositasosteotomie“ zur Versetzung des unteren Ansatzes des Kniescheibenbandes hat lediglich noch historischen Wert. Ein MPFL (Mediales patellofemorales Ligament)-Ersatz gewinnt In der Therapie der chronischen Kniescheibeninstabilität immer mehr an Bedeutung.

 

Nachbehandlung 

Die Nachbehandlung erfolgt in einer flexiblen Schiene mit limitierter Beweglichkeit für 4-6 Wochen unter Teilbelastung. Danach folgt eine intensive Physiotherapie zur Rehabilitation der Oberschenkelmuskulatur und Wiederherstellung der Koordination.